Glossar

Welche Arten von Vorhofflimmern gibt es?

Grundsätzlich wer­den drei ver­schie­de­ne For­men unter­schie­den:

Das anfalls­ar­ti­ge (par­oxys­ma­le) Vor­hof­flim­mern tritt anfalls­ar­tig auf, ver­schwin­det aber in der Regel inner­halb von 24 Stun­den von selbst. Die­se Form ist selbst­li­mi­tie­rend, kommt und geht in der Regel von allein. Die Pati­en­ten haben übli­cher­wei­se einen nor­ma­len Sinus­rhyth­mus und das Vor­hof­flim­mern tritt nur spo­ra­disch auf. Das par­oxys­ma­le Vor­hof­flim­mern ent­steht am häu­figs­ten im lin­ken Vor­hof rund um die Lun­gen­ve­nen und kann mit der elek­tri­schen Iso­la­ti­on der Lun­gen­ve­nen vom Vor­hof behan­delt wer­den, damit die­se die elek­tri­sche Über­tra­gung im Vor­hof nicht mehr stö­ren.

Seit neu­em sind Trig­ger bekannt wel­che ein par­oxys­ma­les Vor­hof­flim­mern aus­lö­sen kön­nen die­se sind Alko­hol (insb. Exzes­se), Über­ge­wicht, Cof­fe­in (ins­be­son­de­re Ris­t­re­to und Ener­gy Drinks), Dro­gen (ins­be­son­de­re Amphet­ami­ne und Koka­in) und Rau­chen. Wenn die­se Trig­ger weg­ge­las­sen wer­den, nimmt das Vor­hof­flim­mern auch ab.

Das per­sis­tie­ren­de (anhal­ten­de) Vor­hof­flim­mern dau­ert über mehr als 7 Tage an oder lässt sich nur mit medi­zi­ni­schen Mit­teln been­den (Medi­ka­men­te oder Strom­schlag (Kar­dio­ver­si­on)). Die­se Form ist kom­ple­xer in der Ent­ste­hung, geht in der Regel nicht von allei­ne in einen Sinus­rhyth­mus zurück, kann aber mit einer so genann­ten Kar­dio­ver­si­on wie­der in einen Sinus­rhyth­mus gebracht wer­den. Die Ent­ste­hung ist im lin­ken Vor­hof wird aber mit einer zuneh­men­de Fibro­se in bei­den Vor­hö­fen wei­ter­ge­lei­tet.
Das per­ma­nen­te (dau­er­haf­te) Vor­hof­flim­mern wird von Pati­en­ten und Ärz­ten akzep­tiert, eine Been­di­gung mit medi­zi­ni­schen Mit­teln wird nicht mehr ange­strebt. Es wer­den ggfs. die Beschwer­den behan­delt und den Fol­gen vor­ge­beugt. Stän­di­ges Vor­hof­flim­mern, das nicht mehr rück­gän­gig gemacht wer­den kann. Wenn der Puls stän­dig über 100bpm ist muss die­ser gebremst wer­den. Falls die Medi­ka­men­te nicht aus­rei­chen oder nicht tole­riert wer­den kann über eine Schritt­ma­cher Implan­ta­ti­on dis­ku­tiert wer­den («Pace and Abla­te»). Eben­falls gilt es die Kom­pli­ka­tio­nen vom Blut­ver­dün­ner zu ver­mei­den.